Qualifizierung im Berufsfeld interkulturelle Mediengestaltung  

Der souveräne Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) verbessert die Chancen zur Integration am Arbeitsmarkt benachteiligter Personen, doch Roma und Sinti haben wenig Gelegenheit, entsprechende Fähigkeiten auszubilden.

Erwachsene können in traditionellen Berufsfeldern keine Erfahrungen mit IuK-Technologien erwerben, während jugendliche Roma und Sinti in schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen schwer Zugang zu den erforderlichen technischen Ressourcen finden.

Einen innovativen Ansatz zur Lösung dieses Problems entwickelt und erprobt die RAA Berlin in Kooperation mit dem Bildungsträger Zukunftsbau GmbH: Im Rahmen der Qualifizierung als interkulturelle Mediengestalter erwerben Roma und Sinti Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien.

Neben EDV-Grundlagen vermittelt die Qualifizierung spezielle Anwenderkenntnisse auf dem Gebiet der Ton- und Bildbearbeitung sowie des Desktop-Publishing. Dies versetzt die Teil-nehmer in die Lage, Printmedien wie Flyer oder Newsletter zu gestalten sowie Audio- und Videobeiträge in professioneller Qualität zu produzieren, zu schneiden und wieder zu geben. Auf dieser Grundlage können Absolventen eine Ausbildung zum anerkannten Mediengestalter anschließen.

Interkulturelle Kompetenz – Chance für den Arbeitsmarkt
Mit der Qualifizierung von Roma und Sinti als interkulturelle Medien-gestalter entsteht ein neues Berufsbild, das interkulturelle Kompetenz als persönliche Ressource würdigt und Chancen zur Integration in den Arbeitsmarkt eröffnet. Interkulturelle Mediengestalter vermögen in verschiedenen Kulturen wirkungsvoll zu kommunizieren. In Konstellationen, wo Kulturen sich begegnen und wo Zielgruppen individuell anzusprechen sind, verfügen sie über die ausschlaggebenden Kompetenzen. Neben Medien und Kultur kommt daher vor allem der Bereich der Jugend- und Freizeitpädagogik als Aufgabengebiet in Betracht.



Roma und Sinti als interkulturelle Mediengestalter             
     • produzieren Beiträge für Print- und elektronische Medien im soziokulturellen Bereich
     • produzieren Mitschnitte von familiären und kulturellen Ereignissen in der Community
     • führen interkulturelle Workshops in Schulen und Freizeiteinrichtungen durch

Im Bereich der Prävention gelingt interkulturellen Mediengestaltern ein besonderer Zugang zu jugendlichen Roma und Sinti in sozialen Brennpunkten. Gemeinsam mit professionellen Pädagogen thematisieren Sie die Lebenssituation der Jugendlichen und vermitteln einen kreativen Umgang mit neuen Medien.

Im Oktober 2004 organisiert die RAA eine internationale EQUAL-Fachkonferenz zum Thema Roma und Sinti als Mediatoren in Schule, Beruf und sozialer Arbeit. Als Beitrag der regionalen Entwicklungspartnerschaft Berlin produzieren die zukünftigen Mediengestalter eine Dokumentation über interkulturelle Mediation in Schulen und Freizeiteinrichtungen.

Besuchen Sie auch unsere Tagungswebsite: www.roma-und-sinti-mediatoren.de