Alphabetisierung, DAZ und Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss          

Infolge ihrer isolierten Wohn- und Lebenssituation haben Flüchtlingen kaum Gelegenheit,  sich sprachlich und sozial zu integrieren. Die nach dem Asyl-bewerber-leistungs-gesetz verminderte Hilfe zum Lebensunterhalt und das Verbot, den Aufenthaltsort zu verlassen, schränken den gesellschaftlichen Horizont weiter ein. Viele Flüchtlinge verfügen über berufliche Kompetenzen und Abschlüsse, doch der Zugang zu Bildung und Arbeit bleibt ihnen neben rechtlichen Einschränkungen aufgrund fehlender Sprachkenntnisse verwehrt.

Die Vermittlung von Deutsch als Zweitsprache (DAZ) ist die zentrale Aufgabe auf dem Weg zur erfolgreichen Integration von Minderheiten in einer demokratischen Gesellschaft. Erst mit der Aneignung der Sprache wird die Tür zu weiteren Bildungsangeboten geöffnet. Diese Aufgabe übernimmt die RAA im Rahmen des regionalen EQUAL-Netzwerkes Berlin.

Alphabetisierung in der Muttersprache

Aufgrund ihrer speziellen Sozialisation und Lernerfahrung in Familie und Schule können einige Projektteilnehmer nicht lesen und schreiben. Ihnen wird als Basisqualifizierung ein Kurs zur muttersprachliche Alphabetisierung in Romanes und Serbisch angeboten. Dies erfordert ein Umdenken vom erlernten kyrillischen zum lateinischen Alphabet.

Deutsch als Zweitsprache

Der Deutschunterricht ist in zwei Leistungsstufen differenziert und wird in deutscher Sprache durchgeführt. Anhand alltäglicher Situationen wie Einkauf oder Behördenbesuch eignen sich die Lernenden die neue Sprache mit praktischen Übungen zum Verstehen, Lesen und Schreiben dialogisch an. Im Frühjahr 2005 werden erfolgreiche Kursteilnehmer eine Prüfung für das Zertifikat Deutsch bei einem externen Bildungsträger absolvieren. Weiterhin erlernen sie den Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien.

Hauptschulabschluss - Berufsorientierung

Die Regelschule kann weder dem besonderen Bildungshintergrund noch der wirtschaftlich und psychologisch kritischen Alltagssituation von jugendlichen Flüchtlingen gerecht werden. Viele jugendliche Roma und Sinti verlassen daher die Schule ohne einen Abschluss und mit unzureichenden Kenntnissen im Lesen, Schreiben und Rechnen. Damit ist Ihnen die Aussicht auf eine Berufsausbildung und der Einstieg in den Arbeitsmarkt verbaut. Sie resignieren mangels Informationen über die Möglichkeiten Schulabschlüsse nachzuholen und in Unkenntnis von Angeboten zur überbetrieblichen Berufsausbildung.

Im Projekt „Flucht nach vorn“ der Stiftung SPI bereiten sich jugendliche Roma auf einen VHS-Kurs zum Erwerb des Hauptschulabschlusses vor. Neben der Vermittlung von Basiswissen wird besonderer Wert auf die Orientierung im Hinblick auf weiter-führende schulische und berufliche Qualifikationen gelegt. Die Kooperation mit der RAA ermöglicht die persönliche Betreuung von jugendlichen Teilnehmern und unterstützt sie dabei, eine kontinuierliche und tragfähige Bildungs-motivation zu entwickeln.


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