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Ausbildungsprojekt mit türkischen Jugendlichen
In dem Ausbildungsprojekt mit türkischen Jugendlichen versucht die RAA Berlin, einen konkreten Beitrag zur Chancenverbesserung bei der Eingliederung ins Berufsleben zu leisten. Das Projekt bietet türkischen Jugendlichen an, neben ihrer regulären Ausbildung die türkische Fachsprache ihres Ausbildungsberufs zu erlernen. Zielgruppe sind türkische Jugendliche, die in der Bundesrepublik Deutschland wohnen und eine betriebliche Berufsausbildung im kaufmännischen, Elektro- oder Metall-Bereich absolvieren. Sie können parallel dazu an einem Fachunterricht in türkischer Sprache teilnehmen, der einmal wöchentlich in der RAA stattfindet. Nach dem zweiten Lehrjahr absolvieren sie ein fünfwöchiges Betriebspraktikum in Ankara, um die im Unterricht erlernten Kenntnisse praktisch anzuwenden und die beruflichen Gegebenheiten in der Türkei konkret kennenzulernen. Die meisten Betriebe, die der Maßnahme anfangs skeptisch gegenüberstanden, sind heute von der Arbeit im Projekt überzeugt und melden ihre neuen Lehrlinge im Herbst oft von selbst bei der RAA zur Teilnahme an.umentiert die Arbeit von 1993 bis 2
Warum die RAA Berlin das Projekt initiiert hat?
Der Kampf gegen soziale Benachteiligung spielt bei der bisherigen Arbeit mit Immigrantenjugendlichen eine wesentliche Rolle. Allein ein Blick auf die vergleichsweise schlechteren Schulabschlüsse und die wesentlich höhere Arbeitslosenrate bei dieser Bevölkerungsgruppe verdeutlicht die fortbestehende Aktualität des Problemfeldes. Die letzten Zahlen belegen, daß 50% der türkischen Berliner Jugendlichen keine abgeschlossene Ausbildung haben. Neben der sozialen Benachteiligung gewinnt dabei die Frage, was Partizipation und "Demokratie leben" für diese Jugendlichen in unserer Gesellschaft konkret bedeutet, zunehmend an Gewicht. Rassistische Diskriminierung, das Lernen mit ethnozentrischen Schulbüchern und Curricula, fehlende Anerkennung der Bedeutung ihrer Muttersprachen und Herkunftskulturen prägen die Schulerfahrungen vieler Immigrantenjugendlicher. Die Ethnisierung sozialer Konflikte durch deutsche Politiker, Behördenvertreter und Medien korrespondiert mit einer Eigenethnisierung vieler Gruppen; fehlende Möglichkeiten zu einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe befördern den Rückzug in ethnisierte Parallelgesellschaften. Auf diesem Hintergrund gibt es bei Immigrantenjugendlichen Tendenzen zum Rückzug auf Ideologien wie z.B. Nationalismus oder religiösen Fundamentalismus. Jugendliche werden letztendlich nur dann selbst Demokratie leben, wenn sie sowohl soziale Chancengleichheit als auch gleichberechtigte demokratische Partizipation in der Gesellschaft konkret erfahren. Zugleich ist der Umgang mit Minderheiten ein entscheidender Gradmesser für die Demokratiefähigkeit der Mehrheitsgesellschaft. Und: Fachkräfte, die zwei Sprachen beherrschen und sich in zwei Kulturen auskennen, werden im zusammenwachsenden Europa immer wichtiger. Daß dieses Potential schon während der Ausbildung gefördert wird, erhöht die Berufschancen der Azubis in der Zukunft und gibt ihnen Mobilität. Träger des Projekts Initiator und Träger ist das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, finanziert wird es vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung und dem türkischen Erziehungsministerium. Das Institut Gisela Vogel in Bochum, die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) Hamburg und die RAA Berlin führen das Projekt in ihren Regionen durch. Informationen zum Berliner Standort des Projekts |
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