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Demokratie lernen und leben |
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| Demokratie lernen und leben ist die Überschrift für mehrere Ansätze der Arbeit der RAA Berlin. Zum einen sind es verschiedene Arbeitsfelder wie u.a. das Projekt "Standpunkte": Fortbildung für Demokratie - gegen Rechtsextremsismus für Berliner Lehrkräfte und Unterstützung von Schüler- und Lehrernetzwerken, Training von jugendlichen peer leaders zum Thema interkulturelle Kompetenzen, die Schülerclubs, die Projektleitung (Herr Wenzel bei der RAA Berlin) für die Berliner Vorhaben "Demokratische Schule -Verständnisintensives Lernen und kompetentes verantwortliches Handeln" im Rahmen des BLK Programmes (http://www.blk-demokratie.de und http://www.blk-bonn.de), die Vorbereitung eines Kongresses in 2001 der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung zum Thema "Für Demokratie - Gegen Gewalt. Eine Initiative gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus" (für weitere Informationen: Herr Wenzel), Schola 21 (http;//schola-21.de) u.v.m. . Zum anderen war es das Projekt "Demokratie leben in Kindergarten und Schule" in Eberswalde, über das im folgenden berichtet wird. | |||||||||
Das Projekt Demokratie lernen im Elementarbereich |
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| In der Vorbereitungsphase (2000) des Projekt entwickelten Experten aus verschiedenen Bereichen Praktikern, Verwaltungsmitarbeitern, Eltern, Kindern und weiteren Beteiligten vor Ort sowie externen Wissenschaftlerinnen gemeinsam Modelle zum demokratischen Leben im Kindergarten und Elternhaus. Im Kern ging es darum, Themen und Aufgaben für ein längerfristiges Projekt Demokratie leben zu erkunden. Dies bezog sich gleichermaßen auf eine allgemeine Erörterung und die Situation des konkreten Ortes, in diesem Fall Eberswalde in Brandenburg, sowie auf die Beteiligung von Externen und PraktikerInnen. Die Vorbereitungsphase ist abgeschlossen (Abschlussbericht der Vorbereitungsphase als pdf Datei). Die weitere Arbeit wird von Institut für interkulturelle Erziehung der Freien Universität in Berlin begleitet. |
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Nähere Informationen zur Vorbereitungsphase |
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| Im Ergebnis der Vorbereitungsphase stellen sich sieben Themen- und Aufgabenfelder: Die Bedeutung früher Prävention in Auseinandersetzung mit autoritären, fremdenfeindlichen und rechtsextremen Orientierungen zu unterstreichen. Zu untersichen, ob es in Eberswalde neben der unbestreitbaren Notwendigkeit für ein Modellprojekt Demokratie leben gute Voraussetzungen für dessen Gelingen gibt. Gemeinsame Räume demokratischen Handelns von Kindern, Erzieherinnen und Eltern zu erkennen. Besonderers auf die Beteiligung von Kinder achten, die sich in einer Minderheitenposition befinden, benachteiligt oder unsicher gebunden sind Zu erfassen, welche praktische Unterstützung, Beratung und Qualifizierung die Erzieherinnen auch mit Blick auf die besondere Situation in Ostdeutschland benötigen Die Beteiligung von lokalen und überregionalen Experten aus Praxis, Wissenschaft, Praxisberatung, Verwaltung bei der Projektentwicklung sichern, damit das Projekt langfristig mit unterschiedlichen Inputs rechnen und einen Teil des pädagogischen Diskurses an sich binden kann. Zu prüfen, inwieweit, mögliche Ergebnisse, Verfahren oder Methoden auf andere Zusammenhänge übertragbar sind. |
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Der Projektort Eberswalde |
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| Eberswalde teilt eine Reihe von Problemen mit anderen ostdeutschen Kommunen: Neubaustadtteile, die durch benachteiligte Schichten und einen zunehmenden Leerstand von Wohnungen geprägt sind, und die Tatsache, daß die Mehrheit der Eberswalder Bürger und Bürgerinnen die Zukunftsperspektiven der eigenen Stadt als minimal einschätzt. Auf der anderen Seite findet das Netzwerk für ein tolerantes Eberswalde, das von Polizisten über Lehrerinnen und Sozialarbeitern bis hin zu Studenten reicht, für sein zivilgesellschaftliches Engagement sehr viel stärkeren öffentlichen und politischen Zuspruch als vergleichbare Initiativen in anderen Kommunen. Und es gibt Projektpartner vor Ort, die eine produktive Zusammenarbeit und gute Kommunikationsstruktur fördern und einen Zugang zu den Beteiligten vermitteln wollen und können. Das bedeutet, daß nicht externe Experten einfliegen und fertige Konzepte abliefern, sondern das Pferd von vorn aufgezäumt wird sprich: die Demokratieentwicklung wird hier im wesentlichen mit Erzieherinnen, Kindern, Eltern etc. gemeinsam organisiert. Damit wirkt das Projekt sowohl präventiv wie auch als Teil von Strategien gegen die Verbreitung und das Umsetzen rechter Ideologien. |
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Zur Struktur des Projektes |
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| Die Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule Berlin war Träger der einjährigen Vorbereitungsphase. Die Bernard van Leer Foundation, die Lindenstiftung für vorschulische Erziehung und die Freudenberg Stiftung förderten das Projekt. Mit dem Beginn des Projektes wurde es zusätzlich durch die Stadt Eberswale und den Landkreis Barnim unterstützt. Die Vorbereitungsphase bestand aus zwei Projektsträngen: dem sogenannten Praxisteil und einem Workshop-Teil, der Raum für wissenschaftlichen, in jedem Fall aber externen, Diskurs bot. Für beide Teile bestand die Aufgabe, Handlungsfelder demokratischen Lebens im Kindergarten und, etwas später, in der Grundschule zu benennen. Das Ziel einer gemeinsamen Tagung bestand darin, Verknüpfungen zwischen verschiedenen Ideen und Erfahrungen herzustellen und Kooperationen zu verabreden. Diese Struktur sollte es insbesondere den beteiligten Praktikerinnen erlauben, eigenständige Vorschläge zu entwickeln und sich auf einen konstruktiven Dialog mit Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Politik, Praxisberatung und Verwaltung einzustellen. |
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Was passiert in der Praxis? |
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| Bei der Arbeit mit Kindern geht es darum, ihre besonderen Interessen und Bedürfnisse wahrzunehmen und aufzugreifen. Schulen und Kindergärten müssen Kindern in diesem Zusammenhang die Möglichkeit bieten, die Welt mit allen Sinnen zu erfahren, Entdeckungen zu machen, ihre Vorstellungen von der Welt auszudrücken und zu erweitern. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Erzieherinnen und Lehrrinnen genau wissen, welche Begleitung Prozesse brauchen, deren Verlauf durch die Reaktionen und Ideen von Kindern bestimmt wird. Es geht nicht darum, Kindern Fertiges zu unterbreiten, sondern mit ihnen zusammen neugierig einen unbekannten Weg zu beschreiten. Dies bedeutet Verunsicherung und Rückschläge, und diese Unsicherheit muss ausgehalten werden können. Sich ihr zu stellen, heißt auch, neue Zusammenhänge und Lösungen zu erkennen. Lehrerinnen und Erzieherinnen, die sich ausschließlich als Lehrende verstehen, verschließen sich den Erkenntnissen von Kindern und den Wegen, auf denen sie ihre Wahrnehmungen vermitteln. Deshalb ist es gerade wichtig, professionelle Pädagogen für ein solches Vorhaben zu gewinnen, es mit ihnen beginnen zu lassen, also Situationen zu kreieren, in denen sie gewohnte Perspektiven wechseln können, aus Lehrenden Lernende werden. Diese Situationen sind ungewohnt und gefüllt mit provozierenden Materialien. Die Sinne von Erzieherinnen und Lehrerinnen werden geschärft, Neugier und Offenheit geweckt, ihre methodische Kompetenz, wie auch ihre innere, menschliche erweitert. Darüber hinaus lernen Lehrerinnen und Erzieherinnen, dass es immer so viele Lösungswege wie Beteiligte gibt. Sie spüren, dass alle Lösungen ihren eigenen Wert haben, jede einzelne akzeptiert werden und in einem gemeinsamen Werk Bestand haben kann. Gerade diese Erfahrung geschieht in einem spannungsreichen Prozess voller Verhandlungen, in denen der einzelne sich und seine Position präsentiert. Hier benötigen sie Beratung durch einzelne Personen und Unterstützungsagenturen. |
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Partner |
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Die Stadt Eberswalde Eberswälder Kindergärten und Grundschulen Freudenberg Stiftung (http://www.freudenbergstiftung.de) Bernard van Leer Foundation (http://www.bernardvanleer.org/) Lindenstiftung für vorschulische Erziehung |