Beratung für jüdische Zuwanderer/innen aus der ehemaligen UdSSR

Die Beratungsstelle für jüdische Zuwanderer aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion war seit 1991 ein fester Bestandteil und wichtiges Arbeitsfeld der RAA Berlin. Sie wurde von 1991 bis 2003 finanziert von der Freudenberg Stiftung und 2004 bis 2005 vom Europäischen Flüchtlingsfonds (EFF), der Freudenberg Stiftung und dem Integrationsbeauftragten des Landes Berlin gefördert.

 

Im Oktober 2005 gab die RAA einen Berliner Wegweiser für jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion heraus, der kostenlos   bei der RAA Berlin erhältlich ist.

Diese Broschüre soll den russischsprachigen jüdischen Zuwanderern in Berlin helfen, sich in Deutschland zurechtzufinden. An erster Stelle ist dabei an diejenigen gedacht, die aus irgendeinem Grund nicht Mitglieder der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sind und deswegen die Dienste der Sozial- und Integrationsabteilungen der Gemeinde nicht in vollem Maße in Anspruch nehmen können.

Der Wegweiser zeigt vielfache Möglichkeiten auf, Hilfe und Unterstützung zu finden oder eine fachkundige Beratung in einer schweren Lebenssituation zu bekommen. Er enthält dafür eine Liste mit Institutionen, an die sich Ratsuchende auf Russisch mit allgemeinen oder speziellen Problemen bezüglich des Aufenthalts in Deutschland wenden können. Außerdem finden die Leser/innen im Heft Hinweise dazu, was man in bestimmten schwierigen Situationen konkret unternehmen kann, sowie einen Anhang mit Informationsquellen.

Wir wünschen den Besuchern dieser Seite, daß sie sie und den Wegweiser bald nicht mehr brauchen! Bis dahin jedoch stehen die Mediathek der RAA und die im Wegweiser benannten Anlaufstellen in Berlin mit weiteren und aktuellen Informationen gern zur Verfügung.


Das Erfordernis einer Beratungsstelle für jüdische Zuwanderer ergab sich aus der aktuellen Situation nach der deutschen Wiedervereinigung 1991: für die Juden und ihren Familien aus den Regionen der ehemaligen UdSSR, die als „Kontingentflüchtlinge“ einreisten, standen – abgesehen von Anlaufstellen der Jüdischen Gemeinde – in Berlin weder muttersprachliche Beratungsstellen in ausreichendem Umfang noch in der nötigen Qualität zur Verfügung.

Die kostenlos Beratung in der RAA Berlin war als ganzheitliche (systemische) Familien- und Sozialberatung angelegt und auf Lösungsangebote und Hinweise zum sozialen und interkulturellen Leben in der bundesrepublikanischen Gesellschaft ausgerichtet. Sie unterlag und unterliegt wie alle Besucherdaten der Schweigepflicht.

Beratungsinhalte waren / Themenschwerpunkte des Wegweisers sind:

•  Überwinden der Sprachbarriere
•  Unterbringung und Wohnen
•  Wirtschaftliche Unabhängigkeit, Bewerbungen, Arbeitsmöglichkeiten
•  Gesetzliche Sozialleistungen
•  Ansprüche aufgrund von Verfolgungsschicksalen
•  Bundesdeutsche Ämter und Organisationsstrukturen sowie -aufgaben; Gesetzgebung
•  Schule und Ausbildung
•  individuelle und familiäre Schwierigkeiten, Generationskonflikte u.v.m.
   Ein besonderer Schwerpunkt der Anfangsjahre war die Betreuung der Kinder
   (besonders in den Ferien), die zeitweise mit ihren Eltern unter beengten Bedingungen in
   Flüchtlingsheimen, in einer angespannten psychischen Situation und in stark
   eingeschränkten Lebensumfeldern lebten.

Doch zunehmend bis in die Gegenwart sind es die Erwachsenen im arbeitsfähigem Alter, die auch nach mehrjährigem Aufenthalt in Berlin den höchsten Beratungsbedarf vorbringen. Eine zufriedenstellende Lebenssituation in Deutschland mit seinen Anforderungen und Chancen, ein wirkliches Ankommen und Wohlfühlen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft ist nicht so schnell umgesetzt, wie die Zuwanderer und Zuwanderinnen es sich erhoffen und es Ämter, Organisationen und Teile der Gesellschaft/ manche Mitbürger/innen erwarten. Dabei sind die deutschen Sprachkenntnisse oft nicht das Hauptproblem. Rat und Tat gab es daher in den ersten Jahren auch für Existenzgründer, später in Zusammenarbeit mit dem Verein für Gegenseitigkeit e.V., der heute noch Existenzgründer sowohl in der Vorbereitungs- als auch in der Gründungs- und der Realisierungsphase betreut.

In jeder Konsultation und mit der Veröffentlichung des Wegweisers bemüht(e) sich die RAA um intensive Hilfe zur Selbsthilfe und die Unterstützung eigener Netzwerke der Zuwanderer.


Partner der RAA in diesem Themenfeld sind:

·       Die Jüdische Gemeinde zu Berlin, Referat Soziales und Referat Integration

·       Das Büro des Integrationsbeauftragten des Senats von Berlin

·       Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin: Referat A, Beratung und soziale
        Dienste einschließlich Aufnahmestelle für jüdische Zuwanderer

·       Das Landeseinwohneramt Berlin (Ausländerbehörde)


Seit November 2005 ist aufgrund des Auslaufens aller Förderungen die Beratungsstelle der RAA Berlin leider geschlossen. Ratsuchende können sich an die im Wegweiser   angegebenen Anlaufadressen und Institutionen wenden und zu den Öffnungszeiten in der Mediathek der RAA Berlin kostenlos weiter recherchieren, gern auch mit Unterstützung der zum Teil russischsprachigen Mitarbeiterinnen.

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Telefon +49 30. 240 45 100
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