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Das Erfordernis einer Beratungsstelle für jüdische Zuwanderer ergab sich aus der aktuellen Situation nach der deutschen Wiedervereinigung 1991: für die Juden und ihren Familien aus den Regionen der ehemaligen UdSSR, die als „Kontingentflüchtlinge“ einreisten, standen abgesehen von Anlaufstellen der Jüdischen Gemeinde in Berlin weder muttersprachliche Beratungsstellen in ausreichendem Umfang noch in der nötigen Qualität zur Verfügung.
Die kostenlos Beratung in der RAA Berlin war als ganzheitliche (systemische) Familien- und Sozialberatung angelegt und auf Lösungsangebote und Hinweise zum sozialen und interkulturellen Leben in der bundesrepublikanischen Gesellschaft ausgerichtet. Sie unterlag und unterliegt wie alle Besucherdaten der Schweigepflicht.
Beratungsinhalte waren / Themenschwerpunkte des Wegweisers sind:
• Überwinden der Sprachbarriere
• Unterbringung und Wohnen
• Wirtschaftliche Unabhängigkeit, Bewerbungen, Arbeitsmöglichkeiten
• Gesetzliche Sozialleistungen
• Ansprüche aufgrund von Verfolgungsschicksalen
• Bundesdeutsche Ämter und Organisationsstrukturen sowie -aufgaben; Gesetzgebung
• Schule und Ausbildung
• individuelle und familiäre Schwierigkeiten, Generationskonflikte u.v.m.
Ein besonderer Schwerpunkt der Anfangsjahre war die Betreuung der Kinder
(besonders in den Ferien), die zeitweise mit ihren Eltern unter beengten Bedingungen in
Flüchtlingsheimen, in einer angespannten psychischen Situation und in stark
eingeschränkten Lebensumfeldern lebten.
Doch zunehmend bis in die Gegenwart sind es die Erwachsenen im arbeitsfähigem Alter, die auch nach mehrjährigem Aufenthalt in Berlin den höchsten Beratungsbedarf vorbringen. Eine zufriedenstellende Lebenssituation in Deutschland mit seinen Anforderungen und Chancen, ein wirkliches Ankommen und Wohlfühlen in der bundesrepublikanischen Gesellschaft ist nicht so schnell umgesetzt, wie die Zuwanderer und Zuwanderinnen es sich erhoffen und es Ämter, Organisationen und Teile der Gesellschaft/ manche Mitbürger/innen erwarten. Dabei sind die deutschen Sprachkenntnisse oft nicht das Hauptproblem. Rat und Tat gab es daher in den ersten Jahren auch für Existenzgründer, später in Zusammenarbeit mit dem Verein für Gegenseitigkeit e.V., der heute noch Existenzgründer sowohl in der Vorbereitungs- als auch in der Gründungs- und der Realisierungsphase betreut.
In jeder Konsultation und mit der Veröffentlichung des Wegweisers bemüht(e) sich die RAA um intensive Hilfe zur Selbsthilfe und die Unterstützung eigener Netzwerke der Zuwanderer.
Partner der RAA in diesem Themenfeld sind:
· Die Jüdische Gemeinde zu Berlin, Referat Soziales und Referat Integration
· Das Büro des Integrationsbeauftragten des Senats von Berlin
· Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin: Referat A, Beratung und soziale Dienste einschließlich Aufnahmestelle für jüdische Zuwanderer
· Das Landeseinwohneramt Berlin (Ausländerbehörde)
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