1. Instruieren
Lehrerinnen, die vielleicht eine gefällig gestaltete Anleitung für ein Musical suchen, erwarten, dass sie alles enthält, was sie brauchen - also Kopiervorlagen, Noten, Erfahrungsberichte, kurz: eine gute Instruktion. Dabei stört es diese Lehrerinnen natürlich keineswegs, wenn sich das Musical "interkulturell" nennt. Aber das Attribut "interkulturell" ist eben nicht unbedingt der Grund dafür, warum sie sich für ein Material der RAA interessieren.
Für den ersten Strich auf der erwähnten Messlatte bedeutet das zugespitzt: Unsere interkulturelle Kompetenz liefern wir quasi nur mit, wissend, dass die methodische etwas höher geschätzt wird. Das bedeutet, dass das Misstrauen von Lehrern gegenüber dynamischen Lernsituationen und ihr Verlangen nach kleinschrittigem Ausführen von Ideen ernst genommen werden müssen.
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2. Verfremden 
Unsere methodischen Angebote lesen sich wie ein "who is who" handlungsorientierten Lernens. Handeln braucht Spielräume, die sich in einer Atmosphäre, in der rassistische Einstellungen dominieren, schwer herbeireden lassen. In dieser Situation wird es im Übrigen für die Handelnden sozial gefährlich und lernpsychologisch wenig lehrreich sein, wenn sie sich unmittelbarer Aufklärung stellen.
Der zweite Strich auf der Messlatte fragt nach einem Medium, das Konflikte durch Verfremdung entschärft und so Interaktionen zwischen den Beteiligten ermöglicht.
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3. Informieren 
Mathematiklehrer/innen lösen in der Regel die wirklich schwierigen Aufgaben zu Hause, bevor sie sie ihren Schülerinnen stellen. Es wäre schön, wenn auch moralische Erziehung nach dem einfachen Motto liefe: Ich kann nur dann etwas glaubhaft und professionell vermitteln, wenn ich es für mich selbst vorab durchgerechnet habe.
Mit dem dritten Strich versuchen wir, Lehrende in ihrem methodischen Eifer zu fangen und sie dann gleich in die Rolle von Lernenden zu stecken. Oder deutlicher: Ein Material muss zusätzliche Angebote und Informationen enthalten, die eigens auf den Horizont eines lehrenden Menschen zielen.
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4. Erfinden 
Wann immer aktuelle Diskurse Neuigkeiten melden, bleibt die Frage nach dem Wie. Alte Hüte bieten da keine Antworten. So wäre es einigermaßen paranoid, mit neuen Medien umzugehen und es bei den gewohnten Lehrer-Schüler-Rollenmustern zu belassen. Ein bisschen Schulreform sollte man bei dieser Gelegenheit schon anpacken.
Die Entwicklung von Materialien muss erfinderisch dabei sein, innovative Methoden
mit innovativen Inhalten zu verbinden.
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5. Beteiligen 
Der fünfte Strich fasst im Grunde alle vorangegangenen Kriterien zusammen: Die beste Form, ein originelles und anwendbares Material für ein praktisches Problem zu entwickeln, besteht darin, die künftigen Zielgruppen gemeinsam mit außerschulischen Experten/innen an der Entwicklung zu beteiligen.
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Eine kommentierte Auswahl aus dem Angebot der RAA Publikationen
Im Folgenden werden einige Materialien in Stichworten dargestellt. Sie können über die RAA Berlin (info@raa-berlin.de ) bezogen werden. Weitere Materialien siehe (Für alle Materialien gilt: Sie sind so aufgebaut, dass Lehrerende, die sich beispielsweise mit einem Medium nur begrenzt vertraut fühlen, die Projektvorschläge trotzdem in der Praxis benutzen können.
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Interkulturelle Beiträge 3:
Kunst gegen Gewalt. Das Iphigenieprojekt
Das Material dokumentiert eine Aufführung des klassischen Textes Iphigenie auf Tauris in der Berliner Volksbühne. Es bietet darüber hinaus eine Stückbearbeitung, die mit sechzehn- bis zwanzigjährigen Jugendlichen diskutiert und aufgeführt werden kann.
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Interkulturelle Beiträge 4: 
Weit bin ich gegangen. Weit. Sinti und Roma
Die Broschüre führt ältere Jugendliche und Erwachsene in die kulturelle Welt von Sinti und Roma. Ein Materialkoffer der RAA enthält dazu Bücher und Musikkassetten.
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Interkulturelle Beiträge 5: 
Die Insel. Ein Planspiel zur Gewaltprävention
Mit dem Planspiel für Vierzehn- bis Achtzehnjährige, das in allen Einzelheiten in der Broschüre ausgeführt ist, wird deutlich, wie Rassismus öffentliche Diskussionen beeinflusst. Das Planspiel wurde mehrfach in Fortbildungen für Lehrerinnen und Sozialarbeiterinnen verwendet. Ein Materialkoffer kann in der RAA Berlin ausgeliehen werden.
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Interkulturelle Beiträge 6: 
Feste der Weltreligionen Geschichte, Tradition, Gegenwart
Die Broschüre ergänzt den jährlich im September erscheinenden Interkulturellen Kalender. Sie erklärt und illustriert kulturelle und religiöse Traditionen von Christen, Muslimen, Juden, Hindus und Buddhisten. Broschüre und Kalender können ab der Primarstufe eingesetzt werden.
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Interkulturelle Beiträge 10: 
Die Gerichtsverhandlung.
Ein Planspiel zur Wertediskussion und Gewaltprävention
Genauso detailliert ausgeführt wie "Die Insel", diskutiert das Spiel ethische Grundsätze, gegen die sich Gewalttaten richten. Das Spiel wurde für fünfzehn- bis achtzehnjährige Jugendliche entwickelt, zu ihm kann ein Materialkoffer ausgeliehen werden.
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Interkulturelle Beiträge 21: 
CIVIS "Ein Fenster in die Welt".
Ein Jugendprojekt zur interkulturellen Medienerziehung
Die Broschüre stellt Erfahrungen darüber vor, wie das Medium Video in Jugendprojekten für Toleranz und gegen Ausländerfeindlichkeit eingesetzt werden kann. Entstandene Filme können zur Beteiligung am jährlichen CIVIS Jugendvideowettbewerb eingereicht werden.
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Interkulturelle Beiträge 22: Courage. 
Ein Adventure; Interkulturelle Beiträge 23: Bren! Der Auftrag
Zu beiden Broschüre gehören gleichnamige Computerspiele. Sie bieten wenig informierten Begleitern von Jugendlichen einen Zugang in das Medium Computerspiel, machen sie über ausführliche Lösungshilfen als Gesprächspartner für Jugendliche fit und erläutern Einsatzmöglichkeiten in Schule und Jugendarbeit. Inhaltlich ähnelt "Courage" dem Planspiel "Die Insel" und "Bren!" der "Gerichtsverhandlung".
Über den unmittelbaren Bezug auf das Medium hinausgehend, besprechen beide Broschüren den Hintergrund, vor dem interkulturelle Lernprozesse stattfinden können. Die Spiele eignen sich für elf- bis vierzehnjährige Kinder.
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Interkulturelle Beiträge 24:
WoahWoah. Ein Musical
Mit der Broschüre und der CD zum interkulturelle Musical "Woah Woah" hält man alle Materialien in der Hand, die für die theater- und musikpädagogische Arbeit mit Zwölf- bis Sechzehnjährigen, die ein Musical aufführen wollen, benötigt werden. Die Broschüre bietet neben Stücktext und Noten Hinweise zum Bühnenbild, zu den Kostümen und zur Gestaltung von Proben. Auf der CD finden sich der Mitschnitt einer Aufführung, eine Halbplaytop-Fassung, die man benutzen kann, wenn man selbst nicht über genügend Instrumentalisten verfügt und ein Beispiel, wie das Ganze in diesem letzten Fall klingen könnte.
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