im Kindergarten

– den Kindern ihre Stimme geben…

Kindertagesstätten sind Lernorte der Demokratie, die bis in den Stadtteil hinein wirken – für Kinder, Eltern, Erzieherinnen und andere Personen. Die Kindertagesstätte ist ein Mikrokosmos, in dem sich die Verhältnisse der Gesellschaft widerspiegeln.
Welche Erfahrungen und Leb
ensumstände brauchen Kinder, um das demokratische Zusammenleben in dieser Gesellschaft aktiv mitzugestalten und es für sich nutzen zu können?

Demokratie im Kindergarten – was bedeutet das im täglichen Zusammenleben?

Eine Kita, in der Kinder Demokratie (er)leben, ist ein Ort, an dem Mädchen und Jungen erfahren:

„Ich werde beachtet und geachtet. Meine Gefühle und meine Meinung sind wichtig. Ich werde unterstützt. Ich werde geschützt.
Ich habe eigene Rechte. Ich bestimme mit. Auf mich kommt es an. Ich habe Einfluss auf das, was um mich herum passiert.
Ich gehöre dazu. Ich setze mich für Schwächere ein. Auch die Bedürfnisse und Interessen der anderen sind wichtig. Ich lerne, sie mit anderen auszuhandeln. Gemeinsam schaffen wir es, Probleme zu lösen.“

Eine demokratische Kita schafft Kindern einen Erfahrungsraum, in dem sie ein Gefühl für sich selbst entwickeln und für sich herausfinden können: Was will ich und was brauche ich? Hier unterstützen die Erwachsenen die Kinder auch darin, ihre eigenen Ansprüche, Vorstellungen und Absichten mit denen anderer Menschen in Aushandlungsprozessen in Einklang zu bringen und sich verantwortungsvoll und solidarisch zu verhalten.

Das Projekt
Die Aktivitäten von Demokratie leben begannen – nach einer zweijährigen Vorbereitungsphase – im Januar 2002 und endeten im Dezember 2007. Zurzeit befinden wir uns in der Abschluß der Auswertung und der Veröffentlichung der Projektergebnisse.
In der Arbeit mit den Erzieherinnen ging es in der ersten Projektphase (2002 bis 2004) darum, zusammen mit den Erzieherinnenteams von drei Kindertagesstätten die pädagogische Praxis, die Betreuungs- und Bildungsqualität der Kindertagesstätten im Hinblick auf die Projektziele  zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Nachdem uns die Bernard van Leer-Foundation und die Lindenstiftung ein Folgeprojekt bewilligten, hatten wir die Möglichkeit, in den drei weiteren Jahren (von 2005 bis 2007) unsere Erfahrungen und Ergebnisse zu verbreiten und ein Transfermodell zu entwickeln. Am Ende des Projektes hatten 35 Kitas aus den Landkreisen Barnim und Uckermark in einem kontinuierlichen Prozess an dem Projekt teilgenommen. 80 weitere Kitas wurden durch kitaübergreifende Workshops oder Teamfortbildungen erreicht.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Beteiligung von Eltern und ihre Einbeziehung in den Veränderungsprozess.

Darüber hinaus arbeiteten wir in Netzwerken, in Zusammenarbeit mit den Trägern der Kitas, mit den schon existierenden Einrichtungen, Arbeitsgemeinschaften, Initiativen und sozialen Akteuren in der Stadt. Aus diesem Netzwerk heraus ist ein Unterstützungssystem entstanden, das nachhaltig die durch das Projekt angestoßenen Veränderungsprozesse fortführen und sichern soll.

Evaluation
Seit Oktober 2003 wird das Projekt von Michael Priebe evaluiert. In Kooperation zwischen dem evaluierenden Wissenschaftler und dem Projektteam wird ein Wirkungsmodell entwickelt, das den Bezug zwischen dem Programm und den Zielen des Projektes beschreibt und einen Transfer der Erfahrungen und Ergebnisse ermöglicht.
Die Evaluation beruht auf den gleichen Prinzipien, die das Projekt für seine Arbeit zugrunde legt: Autonomie, Partizipation, Kompetenzorientierung, Anerkennung und Prozessorientierung leiten auch das Vorgehen dieser Projekt-Evaluation.
In der Evaluation soll ergründet werden: Wie kann eine demokratische Alltagskultur in Kita-Gruppen etabliert werden? Was unterstützt Erzieherinnen darin, Kindern ihre Autonomie zuzuerkennen und sie in allen sie betreffenden Angelegenheiten zu beteiligen? Was steht dem entgegen, was behindert es? Es ist also notwendig, immer mehr dahinter zu kommen, welche Bedingungen vorhanden sind, und welche benötigt werden. Dazu sind Erzieherinnen, Kinder, Eltern und Träger in die Evaluation eingebunden. Dies geschieht durch Interviews, schriftliche Befragungen und Beobachtungen. In dem qualitativ-interpretativen Forschungs-Design werden qualitative und quantitative Erhebungsmethoden verbunden. Eine in dieser Evaluation entwickelte Besonderheit ist das subjektorientierte Rückmeldesystem (SORS), durch das in besonderem Maße die Rückmeldungen in den Prozess der Datenerhebung eingebunden sind.
Die Evaluation hat sowohl formativen als auch summativen Charakter, da sie projektbegleitend Rückmeldungen gibt, aber auch das Projekt auswertet und Transfermöglichkeiten aufzeigt. Darüber hinaus handelt es sich um eine Intervention im Sinne der Aktionsforschung, die den Lernprozess aller Beteiligten unterstützen soll.

Projektbeteiligte und Ziele
Projektregion sind die Stadt Eberswalde und die Landkreise Barnim und Uckermark. Die Projektbeteiligten waren die Erzieherinnen und Kitaleiterinnen der Praxisorte – Kindertagesstätten mit Krippen, Kindergärten und Horten.

Die Ziele des Projektes sind

  • Erwachsene schaffen Mädchen und Jungen die Möglichkeit, in einem Lebensraum aufzuwachsen, in dem sie Anerkennung, Zugehörigkeit und das Recht auf Selbstbestimmung und Beteiligung erfahren.

  • Kinder bekommen frühzeitig Gelegenheit, eigene Interessen zu vertreten, sich aktiv im eigenen Lebensbereich einzumischen und im Dialog mit anderen Kindern und mit Erwachsenen in Aushandlungsprozesse zu treten.

  • Jungen und Mädchen werden als Akteure der eigenen Entwicklung und Bildung betrachtet und behandelt. Sie erleben sich als Subjekte, die die sie umgebende Kultur mit beeinflussen und kreieren.

Unser Demokratieverständnis

Wir verstehen Demokratie als Alltagskultur, in der es auf Verständigung, Verabredungen und Begründungen ankommt. Demokratie ist kein statischer Zustand, der – einmal erworben – als gesichert gilt. Wir betrachten Demokratie als einen Prozess, der nie abgeschlossen sein wird. Es ist uns ein Anliegen, dazu beizutragen, dass Kinder frühzeitig Erfahrungen von gelebter Demokratie machen. Uns geht es nicht darum, Kindern demokratisches Verhalten beizubringen, denn das ist so nicht möglich. Kinder lernen Demokratie, indem sie erleben, als einzigartiges Individuum in der Gemeinschaft wahrgenommen und anerkannt zu werden und einen Platz zu haben. Sie eignen sich Kompetenzen für ein demokratisches Zusammenleben an, wenn sie ihren Bedürfnissen, Interessen und Vorstellungen in Aushandlungsprozessen mit anderen Geltung verschaffen können. Und sie wachsen gleichsam in eine demokratische Alltagskultur hinein, indem sie ihr Recht ausleben, sich an der Gestaltung des alltäglichen Zusammenlebens zu beteiligen und an den wichtigen Entscheidungen mitzubestimmen.
Die Bedingungen dafür zu schaffen, ist in Kindertageseinrichtungen Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte.

Was bedeutet eine demokratische Erziehung für die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten?
Die am Projekt beteiligten Erzieherinnen setzen sich mit den Fragen auseinander:

  • Welche Form der Erziehung stärkt die Kinder in ihren Bildungsprozessen und darin, selbstbewusst, sensibel und verantwortungsvoll die Anforderungen des Lebens zu bewältigen?

  • Inwieweit trägt unsere Pädagogik dazu bei, dass Kinder in die Lage versetzt werden, zu entscheiden: Was will ich und was brauche ich?

  • Was tun wir für die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit und das Erlernen von Kompetenzen zu Selbstbestimmung, die sie brauchen, um den Anforderungen gewachsen zu sein, die die Bedingungen des gesellschaftlichen Wandels an jedes Individuum stellen?

Was brauchen Erzieherinnen, um Kindern Erfahrungen einer demokratischen Alltagskultur zu ermöglichen
Erzieherinnen, die ihre pädagogische Praxis im Sinne einer demokratischen Erziehung weiterentwickeln und verändern wollen, benötigen Unterstützung auf verschiedenen Ebenen:

  • Sie brauchen Wissen über Zusammenhänge einer partizipatorischen Erziehung, u.a. der neueren Entwicklungspsychologie, die ja überzeugend nachgewiesen hat, dass Beteiligung in der Bildungsarbeit eine dem menschlichen Lernverhalten sehr angemessene Form ist. Erzieherinnen, die wissen, dass Kinder sich von Anfang an die Welt aktiv aneignen und dies selbstbestimmt tun müssen, werden die Lernbereitschaft und die Potentiale der Kinder aufgreifen und unterstützen, und sie werden ihre erzieherische Arbeit so gestalten, dass Kinder ihre Bildungsprozesse selbst bestimmen können.

  • Sie benötigen Kompetenzen in Verfahren und Methoden der Beteiligung. Dazu gehört, wahrzunehmen, was die Kinder beschäftigt, welche ihre Interessen, Bedürfnisse, Anliegen und Fragen sind. Sie müssen fähig sein, Kinder unvoreingenommen zu beobachten. Und sie brauchen auch z.B. die Fähigkeit, Kindergespräche zu moderieren und Gespräche so zu führen, dass sie dialogisch sind.

  • Sie brauchen genügend Zeit und Raum, um ihre pädagogische Praxis zu reflektieren und sich fachlich auszutauschen. Im Arbeitsalltag, der von ständig wechselnden Anforderungen bestimmt ist, ist es notwendig, ab und zu innezuhalten und darüber nachzudenken: Wo stehen wir? Was läuft zu unserer Zufriedenheit? Wo sehen wir Veränderungsbedarf?

Ein partizipativer Umgang mit Kindern kommt nicht ohne eine entsprechende Haltung aus. Er erfordert die Bereitschaft und den Mut zu einer Selbstreflexion über die eigenen Sichtweisen, Gefühle, Betroffenheiten und inneren Konflikte und fortwährend eine erneute Auseinandersetzung über das eigene Kindbild und die Rolle als Erzieherin.
Ein wichtiges Arbeitsmittel in der Reflexion der pädagogischen Praxis ist der Perspektivenwechsel. Das heißt, die Lebenssituationen der Kinder und das pädagogische Handeln der Erzieherinnen werden auch aus der Perspektive der Kinder betrachtet. Im Projekt hatte das den Effekt, dass die erwachsenen- und lehrplanzentrierte Sichtweise infrage gestellt und teilweise aufgegeben wurde, zugunsten einer größeren Wahrnehmungsfähigkeit im Hinblick auf die Interessen und Bedürfnisse der Kinder. Der Perspektivenwechsel führte zu einem Verständnis der Wirkung des Handelns der Erwachsenen auf die Kinder und nach und nach zu Verhaltensänderungen.

  • Die vierte Ebene bezieht sich auf einen respektvollen und partizipativen Umgang miteinander. Sie ist für eine Bereitschaft zur Auseinandersetzung und Veränderung das Wichtigste, Schwierigste und Komplizierteste zugleich.

Beteiligung beginnt bereits mit der Erfahrung, als einzigartiges Individuum mit all seinen Besonderheiten anerkannt zu werden. Eine Voraussetzung dafür, Kindern diese Erfahrungen zu ermöglichen, ist, dass auch die Erwachsenen dies selbst erleben. So geht es in unserer Zusammenarbeit im Projekt nicht nur darum, was wir gemeinsam zum Thema machen, sondern darum, wie wir es tun. Es gehört zu unseren zentralen Aufgaben, für eine Kultur der wechselseitigen Anerkennung zu sorgen. Dabei meinen wir mit Anerkennung nicht Bestätigung um jeden Preis, sondern auch eine kritische Distanz, die den Respekt vor der Eigenart jeder einzelnen Person einschließt. Es geht darum, anzuerkennen, dass jede Person für ihren Bereich Experte/in ist. Jede/r Beteiligte bringt vielfältige Kompetenzen und Ressourcen in den Prozess ein. Die sind Schätze, die nicht immer offen herumliegen, sondern z. T. erst gehoben werden müssen. Unsere Werkzeuge sind unser kompetenzorientierter Blick und eigens dafür entwickelte Methoden, die Kompetenzen sichtbar zu machen.
Um eine Pädagogik nach Beteiligungsprinzipien zu entwickeln, müssen Erzieherinnen selbst Beteiligungserfahrungen machen. Wichtig - und auch gar nicht so einfach - ist eine konsequent partizipative Haltung in der Zusammenarbeit, was manchmal auch bedeutet, der Versuchung zu widerstehen, auf langwierige Aushandlungsprozesse zu verzichten, weil andere Verfahren zeitsparender und effektiver sind.
Bei diesen Aushandlungen geht es nicht um ein Entweder-Oder, sondern darum, einen „Dritten Raum“ - eine neue, gemeinsame Basis – zu suchen, in dem alle Beteiligten sich wieder finden können.

Arbeitsansatz und -formen
Der Situationsansatz ist die theoretische und methodische Basis des Projektes. Als ein Arbeitsprinzip, das auf allen Ebenen Anwendung finden kann, bestimmt der Situationsansatz auch die Vorgehensweise mit den Erzieherinnen im Projekt. In einer zirkulären Abfolge von Erfahrung und Erkenntnis geht es darum, die pädagogische Praxis zu hinterfragen, neue Ansätze zu erproben und wieder zu reflektieren. Die Anwendung des Situationsansatzes, die die Perspektiven, Interessen und Kompetenzen aller Beteiligten einschließt, gewährleistet eine demokratische Vorgehensweise. Die folgenden Arbeitsformen spielen eine Rolle.

Arbeit mit den Kitateams:
Mit den Kitas verfolgten wir ein teambezogenes Vorgehen; die Kitateams trugen den Entwicklungsprozess gemeinsam. Die beteiligten Kitas entsendeten jeweils ein bis zwei abgeordnete Erzieherinnen, die als Multiplikatorinnen an den Entwicklungswerkstätten teilnahmen. Entwicklungswerkstätten waren fortlaufende Workshopeinheiten in einer Abfolge von Reflexion - Praxis - Reflexion. Das heißt, in einem Zeitraum von neun bis 12 Monaten trafen sich die Beteiligten in vier bis fünf Workshops von anderthalb Tagen. Hier tauschten sie sich fachlich aus, reflektierten ihre pädagogische Praxis (gingen dabei auch in die Selbstreflexion), erarbeiteten sich inhaltliche Hintergrundinformationen und erweiterten ihre methodische Kompetenzen. In den Zeiten zwischen den Workshops führten sie Praxisaufgaben durch, die dann wieder in den nächsten Workshop eingingen. Um den Transferprozess in ihren Kitas begleiten zu können, erhielten sie darüber hinaus Unterstützung in erwachsenenpädagogischen Methoden. In den Entwicklungswerkstätten ging es um

  • eine fachliche Auseinandersetzung mit Fragen von Zuerkennung der kindlichen Autonomie, von Möglichkeiten der Partizipation und um Aneignung von theoretischem Hintergrundwissen in einzelnen Themenfeldern,
  • die Sensibilisierung für die Perspektiven, Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Eltern,
  • das Bewusstmachen von eigenen Handlungsweisen und Haltungen,
  • die Weiterentwicklung von pädagogischer Praxis (neue Verfahrensweisen, neue Formen der Kommunikation), die den Kindern (und auch Eltern und Erzieherinnen) mehr Selbstbestimmung und Beteiligung ermöglicht.

Bewusst zielten wir auf eine ganzheitliche Vorgehensweise (Einbeziehung von kognitiven, emotionalen, sinnlichen und gruppendynamischen Elementen) und die verbindliche Zusage der beteiligten Erzieherinnen, sich auf einen Prozess von mindestens einem dreiviertel Jahr einzulassen. Denn auf der kognitiven Ebene zu begreifen ist nur der erste Schritt der Veränderung. Ebenfalls trägt eine Sensibilisierung allein noch nicht zu einer veränderten Praxis bei. Die Umsetzung der neuen Erkenntnisse in die Alltagspraxis, die Entwicklung einer demokratischen Prinzipien entsprechenden Haltung sind langwierige Prozesse, die kontinuierlich begleitend reflektiert werden müssen und Unterstützung durch andere benötigen. Die Beteiligten brauchen die Möglichkeit,

  • in einem geschützten Raum ihre Praxis, ihr fachliches Wissen und ihre Überzeugungen zu hinterfragen,
  • neue Sichtweisen und Erkenntnisse anzuwenden und neue Ideen auszuprobieren
  • und die veränderte Praxis in der täglichen Arbeit einer Prüfung zu unterziehen.

Themen der Entwicklungswerkstätten

  • Beteiligung von Kindern in und am Alltag in der Kita
  • Kinder BeStimmen mit
  • Zusammenarbeit mit Eltern
  • Elternkreise
  • Sprache, Kommunikation und Schriftkultur
  • Erziehungsziele und Handlungsziele formulieren und reflektieren

Arbeit mit den Leiterinnen
Die Leiterinnen haben als Verantwortliche für die pädagogischen Grundsätze in der Kita und für die Teamentwicklungsprozesse eine herausgehobene Rolle. 27 Leiterinnen arbeiteten in einer eigenen Entwicklungswerkstatt „Eine Kita demokratisch leiten“.

Zusammenarbeit mit Eltern
Die Kommunikation mit den Eltern, und die Einbeziehung der Familien in die Belange und die Alltagsgestaltung der Kita war ein Schwerpunkt in der Projektarbeit.

  • In der Qualitätsentwicklung in den Kitas war die Einbeziehung der Eltern in die Veränderungsprozesse ein Querschnittsthema.
  • In den Entwicklungswerkstätten zur Zusammenarbeit mit Eltern ging es darum, sich intensiv mit dem Verhältnis von Erzieherinnen und Eltern auseinanderzusetzen und gezielt neue Wege der Kooperation mit Eltern zu suchen und zu erproben.
  • Von Januar bis Dezember 2007 wurden interessierte Erzieherinnen fortgebildet, um Elternkreise durchzuführen. Ein Elternkreis ist ein regelmäßiges Treffen von Eltern, die sich über Erziehungsfragen austauschen und sich gegenseitig beraten und unterstützen. Die Gesprächsrunden werden von zwei Erzieherinnen aus der Kita moderiert, die dabei auch Sachinformationen über Fragen frühkindlicher Entwicklung vermitteln. Aus dieser Entwicklungswerkstatt entstanden in Eberswalde fünf Elternkreise, die eine gute Resonanz erfahren und weitergeführt werden.

Transfer und Nachhaltigkeit

  • Im Rahmen des Projekts ist eine Reihe von Publikationen entstanden, deren Liste als PDF-Datei heruntergeladen werden kann. Die Texte können per E-Mail auch angefordert werden.
  • Es gibt seit September 2007 einen Projektfilm von der Filmemacherin Roswitha Weck. Er stellt im Wesentlichen dar, was Demokratie im Kitaalltag konkret bedeutet, und welche Veränderungsprozesse damit einhergehen. Gefilmte Alltagsszenen in Kitas, Interviews mit den unterschiedlichen Beteiligten am Projekt „Demokratie leben“ (Erzieherinnen, Leiterinnen, das Projektteam, Kinder, Eltern), Sequenzen aus der Fortbildungspraxis des Projektes aus verschiedenen Richtungen beleuchten die inneren und äußeren Bewegungen, Widerstände, Highlights, Hoffnungen und Zweifel, die mit dem Veränderungsprozess verbunden sind. Der Film kann als Transferinstrument in Fortbildungs- und anderen Diskussionszusammenhängen eingesetzt werden. Es ist möglich, den Film zu bestellen. (demokratieleben@gmx.de) (Der Versand ist jedoch nur bei Einsendung eines adressierten und mit 1,45 € frankierten Rückumschlages möglich.)
  • Das Projekt veranstaltete vier Tagungen:
  • Tagung: „Der Weg entsteht beim Gehen. Auf der Suche nach neuer Qualität zeitgemäßer Pädagogik in der Kita“ am 18./19. Februar 2005 in Eberswalde
  • Symposium „Partizipation und Empowerment von Kindern“ am 31. März 2006 in Berlin
  • Regionaler Fachtag am 24. November 2006 in Eberswalde:  „Demokratie in der Kita (er)leben“ Erzieherinnen aus Projektkitas stellen ihre Erfahrungen in der Beteiligung von Kindern und Eltern vor.
  • Abschlusstagung des Projektes am 1. Dezember 2007. Eine Dokumentation kann als PDF-Datei herunter geladen werden.
  • Das Projekt „Kinderrechte in der Kommune“ der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark (mit der Amadeu Antonio Stiftung als Träger), das als Modellprojekt im Rahmen des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut“ in Eberswalde seit Herbst 2007 läuft, ist ein Transfervorhaben von „Demokratie leben“.
  • Im Rahmen Lokalen Aktionsplans des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut“ startet im März 2008 die Entwicklungswerkstatt „Kinder BeStimmen mit“, ein Projekt, das vom Landkreis Barnim bewilligt wurde.
  • Das Jugendamt des Landkreises Barnim ist (u.a.) für Fortbildungen und Fachberatung von Erzieherinnen im Landkreis zuständig. Eine Folge der jahrelangen engen Kooperation mit dem Projekt ist eine Neukonzeptionisierung der Inhalte und Gestaltung der Fortbildungen. Nun wird das Thema Partizipation in allen Fortbildungsinhalten eine besondere Rolle spielen. Außerdem sind die Fortbildungen nach der von uns entwickelten Form der Entwicklungswerkstätten konzipiert.
  • Als eine Form der Anerkennung der Erfolge von „Demokratie leben“ sehen wir das Angebot des Referats für Kindertagesbetreuung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg, die Arbeit von zwei Projektkitas als Konsultationskitas zu finanzieren. Das Amt für Bildung, Jugend und Sport in Eberswalde unterstützte dieses Vorhaben als Kooperationspartner. Ab dem Sommer 2008 werden diese Kitas als Modellstandorte für Demokratie in der Kita andere Kitas beraten und fortbilden. Wir sehen in den Konsultationskitas eine wichtige Funktion als regionales und überregionales Unterstützungssystem, die eine Kontinuität des Projektthemas in Eberswalde und der Region nach Projektende gewährleisten.

Träger, Förderer und Kontakt

Träger des Projektes
Institut für den Situationsansatz (ISTA) der Internationalen Akademie INA gGmbH an der Freien Universität BerlinKönigin-Luise-Straße 29, 14195 Berlin
Evelyne Höhme-Serke (Projektleitung)
In Kooperation mit:

RAA Berlin
Regionale Arbeitstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) e.V.
Chausseestraße 29, 10115 Berlin
Sascha Wenzel (Projektbegleitung)

Finanzierung
Demokratie leben wird gefördert von:

  • Bernard van Leer Foundation Den Haag, Niederlande
  • Lindenstiftung für vorschulische Erziehung  Weinheim

Es wird von der Stadt Eberswalde, dem Landkreis Barnim, dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport und der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark unterstützt.

Projektadresse
Projektbüro Demokratie leben
Ringstraße 183 (Kita Pustblume)
16227 Eberswalde
E-Mail: Demokratieleben@gmx.de

Das Projektteam

  • Ellen Behring (Praxisbegleitung)
  • Sabine Beyersdorff (Praxisbegleitung)
  • Evelyne Höhme-Serke (Projektleitung)
  • Nicole Bolze (Projektassistenz)

Chausseestraße 29
D -
10115 Berlin
Telefon +49 30. 240 45 100
Fax      +49 30. 240 45 509
info@raa-berlin.de