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Roma-Schulmediation

Das Projekt Roma-Schulmediation unterstützt die Zusammenarbeit von Schulen mit Roma-Familien, vor allem im Bezirk Mitte. Ausgebildete Roma-Schulmediator/innen betreuen hier in Tandems Roma-Kinder und -Jugendliche mit dem Ziel einer nachhaltigen Förderung und Integration in den Regelschulbetrieb.
Das Projekt setzt am konkreten Bedarf und den Ressourcen der Schulen und Familien an. Durch Hausbesuche, Unterstützung im Unterricht, Gesprächsbegleitung und Konfliktschlichtung tragen die Mediatoren dazu bei, dass verspätete Einschulung, unregelmäßiger Schulbesuch und vorzeitige Schulabgänge seltener werden und der Leistungserfolg der Kinder und Jugendlichen sichtbar steigt. Dabei kooperieren sie eng mit den Lehrer/innen und Schulsozialarbeiter/innen und verändern so auch das Klima der Schulen. Damit gelingt es ihnen, ebenfalls die Roma-Eltern zum Engagement in der Schule zu ermutigen.
Die Roma-Schulmediatoren sprechen Deutsch und Romanes und/oder eine der Herkunftssprachen der zugezogenen Roma (Serbokroatisch, Rumänisch etc.). Als allparteiliche, neutrale Vermittler sind sie gleichermaßen Ansprechpartner für Kinder, Lehrer/innen und Eltern.

Geschichte und Aktuelles

Das Projekt begann im Mai 2000 mit der Entsendung von Roma-Mediatoren an zwei Berliner Grundschulen, an denen Romakinder aus den umliegenden Wohnheimen unterrichtet wurden. Ein Teil dieser Kinder konnte mit Hilfe der mobilen Schulberatung der RAA Berlin überhaupt erst eingeschult werden. Die Freudenberg Stiftung unterstützte diese ersten Schritte und ist seitdem enger Partner des Projekts.
Anfang 2002 verabredete die RAA mit der Ausländerbeauftragten des Landes Berlin, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, mit der das Modell Roma-Mediatoren/interkulturelle Schulhelfer auf andere Berliner Schulen ausgeweitet werden könnte. Dies ermöglichte die Ausbildung der ersten qualifizierten Mediatoren im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft in der EU-Gemeinschaftsinitiative EQUAL. 2005 konnten die ersten Schulmediatoren zertifiziert und fest eingesetzt werden. Der zweite Ausbildungsgang startete 2008 mithilfe des Ganztagsschulprogramms und endete 2010.
Derzeit sind drei Grundschulen, eine Oberschule und ein Förderzentrum Schwerpunkt Lernen in Wedding und Moabit Partner des Modellprojekts. Unterstützt von der Regionalen Schulaufsicht Mitte bilden sie mit der RAA den Schulverbund Roma-Schulmediation. An ihrem Beispiel orientiert suchen weitere Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen und Quartiersmanagements aus ganz Berlin den Kontakt und die Hilfe der Mediatoren sowie der mit ihnen zusammenarbeitenden Lehrer/innen und wenden sich für Kurzeinsätze, Fortbildungen und Materialausleihe an die RAA Berlin.
Seit 2011 gehen die Schulmediatorinnen im Quadratkilometer Moabit auch wieder verstärkt in die Kitas, um dort ebenfalls die Erzieherinnen zu unterstützen und den künftigen Schulbesuch der Romakinder vorzubereiten.

Erfolge

Das gemeinsame Engagement von Kollegien, Schulleitungen und Roma-Schulmediatoren zahlt sich aus. Seit 2006 wird es von den Familien mit verstärkter Einschulungsanmeldung für Erstklässler durch Roma-Eltern an den beteiligten Schulen honoriert. Die Kinder kommen regelmäßiger und lernen entspannter mit besseren Ergebnissen. Eltern wie Schüler/innen machen an diesen Schulen weniger Diskriminierungserfahrungen, und dort, wo sie vorkommen, werden sie thematisiert und bearbeitet. Dies strahlt ebenfalls in die Nachbarschaften aus, so dass in den letzten Jahren spürbar mehr Roma nach Mitte gezogen sind – ein Zeichen des Vertrauens in den Bezirk und die hier lebenden und arbeitenden Menschen.
Aufgrund seines nachhaltigen Erfolgs wurde das Projekt im Rahmen der Theodor Heuss Preis-Verleihung 2006 für das Internationale Roma-Netzwerk Pakiv vorgestellt und im Oktober 2007 mit dem 3. Preis des Berliner Präventionspreises ausgezeichnet.

Kooperation

Das Angebot Roma-Schulmediation ist für Berlin trotz der bereits langen Laufzeit nach wie vor ein Pilotprojekt (ohne feste Regelfinanzierung). Es baut auf Erfahrungen mit Roma und Sinti als Lehrende bzw. Mediatoren in Hamburg und Kiel auf und kooperiert mit vergleichbaren Projekten in Köln, Mannheim, München, Frankfurt/Main und anderen.
Die RAA ist Teil des Pakiv European Network und engagiert sich in der Roma inclusion task force des Städteverbunds EUROCITIES.
Auf Berliner Ebene kooperiert das Team mit der Fachkonferenz Roma-Schüler/innen und mit den Sozial-, Bildungs- und Qualifizierungsberatern der RAA und anderer Träger.
Das Modellprojekt wurde und wird durch Stiftungen, die EU (Europäischer Flüchtlingsfonds EFF und EQUAL), das Land Berlin und die Kommune Mitte mit verschiedenen Förderprojekten finanziert und unterstützt.