Mehr Rezepte, Geschichten, Bilder und Anregungen enthält die Broschüre Feste der Weltreligionen, Interkulturelle Beiträge Nr. 6




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27. – 30. 11. 2009 - Opferfest
Höchster islamischer Feiertag (türkisch Kurban Bayrami, arabisch ˆId al-Adha) zum Gedenken an das Opfer Abrahams, der im Gehorsam gegenüber Gott bereit war, seinen Sohn Ismail herzugeben; nach Möglichkeit schlachten moslemische Familien an diesem Tag ein Schaf, Rind, Kamel oder eine Ziege als Opfertier; das Fest ist zugleich Höhepunkt und Abschluss der Pilgerfahrt nach Mekka

Info
Das Opferfest ist das höchste islamische Fest – im Arabischen wird es ^Id al-Adha, im Türkischen Kurban Bayrami genannt. Es dauert drei bis vier (türkisch) Tage und beginnt mit einem Gebetsgottesdienst bei Sonnenaufgang. Dieses Opferfest gedenkt Abrahams (lbrahim), der aus Gehorsam gegenüber Gott seinen Sohn opfern wollte. Wie im Alten Testament überliefert, soll jedoch Allah auf den Opfertod verzichtet und ein Schaf geschickt haben, das an Stelle des Sohnes geopfert wurde. Jenes Opferritual wird auch heute noch gepflegt, und jede muslimische Familie schlachtet – insofern sie es sich leisten kann – zu diesem Anlaß nach religiösem Brauch ein Schaf (das an der Halsschlagader ausblutende Tier wird mit dem Kopf in Richtung Mekka gelegt). Ein Anteil des Fleisches wird unter den Armen verteilt. Das gemeinsame Mahl ist der Höhepunkt des Opferfestes, das zu Ende der Mekka-Wallfahrtszeit (eines der fünf Gebote des Islam) stattfindet.

Eine Geschichte
Ich erinnere mich... -
Taha H. Rahak
Allah u Akbar, Allah u Akbar – noch vor Sonnenaufgang klingt der schwermütige Gesang aus allen Moscheen. Eine frohe Botschaft wird verkündet – das Gesegnete Opferfest beginnt.
Nun hat das Warten für die Kinder ein Ende. Noch heute denke ich an meine Kindheit zurück und an die freudige Erwartung und Spannung. Die meisten von uns konnten schon die vorangegangene Nacht nicht schlafen. Die neue, aus Anlaß dieses Festes gekaufte Kleidung neben sich liegend, sehnten wir den Morgen herbei.
Das Opferfest, das vier Tage andauert, wird alljährlich 40 Tage nach dem Ramadanfest begangen. Es beginnt, nachdem die Pilger die religiösen Riten in Mekka vollzogen haben.
Hunderttausende Moslems aus aller Welt pilgern alljährlich nach Mekka und besuchen die Kaaba, das würfelförmige Zentralheiligtum des Islam, den heiligen schwarzen Stein im Hof der Großen Moschee in Mekka. Sie besuchen das Haus Gottes, das Grab Mohammeds, sie besteigen den Berg Arafat und trinken von dem Wasser der heiligen Quelle Sämsäm.
Die Wallfahrt nach Mekka gehört zu den Pflichten der Gläubigen, und jeder Moslem, der es ermöglichen kann, soll einmal in seinem Leben nach Mekka gepilgert sein.
Nach der Besteigung des Berges Arafat erfolgt die Darbringung einer Gabe zu Ehren Gottes; jeder Pilger opfert ein Schaf.
Doch nicht nur in Mekka, sondern überall in der islamischen Welt werden von den Gläubigen, die es finanziell ermöglichen können, Opfer dargebracht. Die nach diesem Ritus geschlachteten Schafe werden dann von den Familien mit armen Menschen geteilt.
Die Wallfahrt nach Mekka und das Geben von Almosen sind zwei der fünf Säulen des Islam.
Jede moslemische Familie begeht, abgesehen von bestimmten rituellen Handlungen, das Opferfest auf ihre Art. Aber bestimmte Dinge lassen sich verallgemeinern, so z.B. die gemeinsame Festvorbereitung. Es wird für alle Kleidung gekauft, es wird gescheuert und geputzt sowie das Haus für den Empfang von Gästen vorbereitet. Das Zubereiten bestimmter Speisen gehört ebenfalls dazu. Für das Fest wird von vielen Familien eine besondere Art Kekse mit Dattelfüllung gebacken.
Viele Familien besuchen während des Opferfestes die Grabstätten von Familienangehörigen und rezitieren dort Koranverse.
Am ersten Tag des Festes werden die nächsten Angehörigen besucht, wobei die jüngeren Familienmitglieder zu den älteren kommen. An den anderen Tagen erfolgt der Besuch entfernterer Verwandter und Freunde. Das Fest wird auch zum Schlichten von Streitigkeiten genutzt.
Traditionell reiben sich viele Erwachsene anläßlich des Festes die Handflächen mit Henna ein, was zu einer rötlichen Verfärbung führt.
Es gibt auch noch einen weiteren schönen Brauch – viele junge Leute heiraten während der Festtage.
Doch zurück zu den Kindern:
Zum Fest erhalten sie neben neuer Kleidung auch Geld von den Eltern und Verwandten. Dieses bessern sie noch auf, indem sie morgens von Haus zu Haus ziehen, um allen ein gesegnetes Opferfest zu wünschen. Als Dank erhalten sie meist ein paar Münzen. Dann sind die Kinder – und ich erinnere mich noch sehr genau an meine Kindheit – dann sind sie nicht mehr aufzuhalten, ihnen gehört jetzt die Welt. Sie ziehen in Scharen zu den Plätzen, auf denen sie ihr Geld sehr schnell wieder loswerden. Sie gehen in die Kinos und zu den Märkten mit Schaukeln, Karussels und anderen Dingen, die ein Kinderherz erfreuen. Eine kurze Zeit bestimmen sie alles selbst. Doch wie schnell ist sie vorbei. Wenn der vierte Tag zur Neige geht, ist die neue Kleidung zum Teil schon verschlissen, die Schuhe sind verstaubt, die Taschen leer, und die Kinder werden etwas traurig, denn ab morgen verläuft das Leben wieder in geordneten Bahnen.

Ein Rezept
Kuzu eti - zum Opferfest
1 kg Lammfleisch - 5-6 Tomaten
2-3 grüne Paprika, davon eine scharfe Schote
5-6 Zwiebeln - Salz - süßer Paprika
gutes Öl - etwas weißer Pfeffer
Das Lammfleisch kleinschneiden, halb so groß wie kleine Gulaschstücke, den Topfboden mit Öl bedecken, heiß werden lassen. Wenn das Öl richtig heiß ist, das Fleisch hineingeben und unter Rühren schnell anbraten, Salz, Paprika und das sehr fein geschnittene Gemüse dazugeben, nochmals kurz umrühren, dann die Flamme klein stellen, den Deckel fest auf den Topf legen und bei kleiner Hitze langsam garen. Nach etwa 5 Minuten nachsehen, ob sich genug eigener Saft gebildet hat, ansonsten ein wenig Wasser zugeben. Nach etwa 40 Minuten ist das Fleisch fertig. Nach Bedarf nachwürzen.

Ansprechpartner

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