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Mehr Rezepte, Geschichten, Bilder und Anregungen enthält die Broschüre Feste der Weltreligionen, Interkulturelle Beiträge Nr. 6
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6. 1. 2010 - Theophanie
(Christlich-)Orthodoxes Fest der Erscheinung (Epiphanie) des Dreieinigen Gottes und Taufe Christi für die Orthodoxen, die dem Gregorianischen Kalender folgen, nach Julianischen Kalender am 19. 1.; an diesem Tag weiht man das Wasser an natürlichen Wasserläufen wie in der Kirche
19. 1. 2010 - Krestschenije/Theophanie
(Russisch-, Serbisch-, Georgianisch-) Orthodoxes Fest der Erscheinung (Epiphanie) des Dreieinigen Gottes und der Taufe Christi, nach Gregorianischem Kalender am 6. 1. begangen; an diesem Tag weiht man das Wasser an natürlichen Wasserläufen wie in der Kirche und führt Taufen durch; für die koptischen Christen aus Äthiopien ist Timket einer der höchsten Feiertage im Jahr
Eine Geschichte
Noah und die große Flut
Als aber der Herr sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und daß alles Dichten und Trachten ihres Herzens die ganze Zeit nur böse war, da reute es den Herrn, daß er den Menschen geschaffen hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn tief. Und der Herr sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, die Menschen sowohl als das Vieh, auch die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe. Noah aber hatte Gnade gefunden vor dem Herrn.
Und der Herr sprach zu Noah: Gehe in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht vor mir erfunden unter diesem Geschlechte. Nimm dir von allen reinen Tieren je sieben, Männchen und Weibchen, von den unreinen Tieren aber je ein Paar, ein Männchen und ein Weibchen, auch von den Vögeln des Himmels je sieben, Männchen und Weibchen, damit auf der ganzen Erde Nachwuchs am Leben bleibe. Denn nach sieben Tagen will ich regnen lassen auf die Erde, vierzig Tage und vierzig Nächte lang, und will alle Wesen, die ich gemacht habe, vom Erdboden vertilgen.
Und Noah tat, ganz wie ihm der Herr geboten hatte. Und Noah ging mit seinen Söhnen und mit seinem Weibe und seinen Schwiegertöchtern vor den Wassern der Sintflut in die Arche. Und der Herr schloß hinter ihm zu.
Und nach den sieben Tagen kamen die Wasser der Sintflut über die Erde. Und der Regen strömte auf die Erde, vierzig Tage und vierzig Nächte lang. Die Wasser wuchsen und hoben die Arche, und sie schwamm hoch über der Erde.
Alles, was Lebensluft atmete, was auf dem Trockenen war, das starb. So vertilgte er alle Wesen, die auf dem Erdboden waren: die Menschen sowohl als das Vieh, das Kriechende und die Vögel des Himmels, die wurden vertilgt von der Erde; nur Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.
Nach Verlauf von vierzig Tagen ward dem Regen vom Himmel gewehrt, und die Wasser verliefen sich nach und nach von der Erde. Da öffnete Noah das Fenster der Arche, das er gemacht hatte.
Da wartete Noah sieben Tage; dann ließ er die Taube ausfliegen, um zu sehen, ob sich die Wasser vom Erdboden verlaufen hätten. Da aber die Taube keine Stätte fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser auf der ganzen Erde. Da streckte er seine Hand aus, faßte sie und nahm sie zu sich herein in die Arche.
Hierauf wartete er noch weitere sieben Tage; dann ließ er die Taube abermals aus der Arche fliegen. Die kam um die Abendzeit zurück, und siehe da! Sie trug ein frisches Ölblatt in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, daß sich die Wasser von der Erde verlaufen hatten.
Dann wartete er noch weitere sieben Tage und ließ die Taube ausfliegen; sie kam aber nicht wieder zu ihm.
Noah aber baute dem Herrn einen Altar; dann nahm er von allen reinen Tieren und von allen reinen Vögeln und brachte Brandopfer auf dem Altar. Und der Herr roch den lieblichen Duft und sprach bei sich selbst: Ich will hinfort nicht mehr die Erde um der Menschen willen verfluchen; ist doch das Trachten des menschlichen Herzens böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
(aus: Berger, Hartwig/ Großhennig, Ruthild/ Schirmer, Dietrich, Von Ramadan bis Aschermittwoch Religionen im interkulturellen Unterricht, Beltz Verlag, Weinheim/ Basel, 1989)
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