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Mehr Rezepte, Geschichten, Bilder und Anregungen enthält die Broschüre Feste der Weltreligionen, Interkulturelle Beiträge Nr. 6
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2. 4. 2010 - Karfreitag
Christlicher Trauer- und Fastentag (ev., kath., orth.) zur Erinnerung an Kreuzigung und Tod Jesu Christi
4. 5. 4. 2010 - Ostern/Pas´cha/Fassika
Christlicher Feiertag (ev., kath., orth.) zur Erinnerung an die Auferstehung Christi; nach dem Trauern und Fasten am Karfreitag bis Ostersamstag wird ab Ostersonntag frühmorgens (in den orthodoxen Kirchen ab Samstagabend) die Auferstehung gefeiert
Info
Das Osterfest ist das älteste christliche Fest. Aber bereits vor Christus wurde es als heidnisches Frühlingsfest gefeiert (Ostara wird als germanische Göttin des Frühlings gedeutet). Die Christen gedenken an Ostern der Auferstehung Christi. Nach vielen Auseindandersetzungen wurde das Datum durch das Konzil von Nizäa im Jahre 325 auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgelegt. Diesem Tag geht der Karfreitag voraus, an dem Jesus Christus einst gekreuzigt wurde. Tags zuvor, am Gründonnerstag (dies ist der letzte vierzig Fastentage), soll Christus mit seinen Jüngern das Abendmahl während eines Pessachfestes eingenommen haben.
Gründonnerstag, aus dem mittelhochdeutschen gronan = “weinen” stammend (heute noch gelegentlich als “greinen” verwendet), leitet die Ostertage ein, die an die Leiden, den gewaltsamen Tod und die Auferstehung Jesu Christi erinnern. Ostern wird von den katholischen, protestantischen und orthodoxen Christen unterschiedlich gefeiert; der Anlaß ist aber der gleiche.
Ein weiterverbreiteter Brauch dieses Festes ist das Verteilen von Eiern durch den Osterhasen. Beide, Ei wie Osterhase, sind von symbolischer Bedeutung: das Ei als Zeichen des Lebens und der Fruchtbarkeit, der Hase ebenfalls als Fruchtbarkeitssymbol, dem zudem die gottähnliche Eigenschaft zugeschrieben wurde, immer zu wachen und nie zu schlafen (der Hase hat keine Augenlider und schiebt zum Schlafen die Pupillen nach oben). Nach schriftlicher Überlieferung wird der Osterhasenbrauch in Deutschland erstmals im Jahre 1682 erwähnt.
Eine Geschichte - Ostern in Griechenland - Michail Ntomproudis
Endlich ist es soweit!
Heute ist Ostern, und das Fasten ist vorbei. Seit zwei Wochen gab es nur »Diät«. Öl und Fleisch waren nicht erlaubt. Tante Katherina ist den ganzen Tag schon am werkeln. Sie hat Eier gefärbt und ist jetzt dabei, die Majiritsa (eine Suppe aus Lamminnereien) und weitere Leckereien vorzubereiten.
Um zehn Uhr abends gehen wir in die Dorfkirche. Der Andrang ist unglaublich. Festlich gekleidete Menschen füllen die Kirche bis zum letzten Stehplatz. Sogar vor der Tür stehen Menschen, da die Kirche zu klein ist, um alle zu fassen.
Der Pope und die Psalm-Sänger sind vertieft in ihre byzantinisch-orthodoxen Gesänge. Eine Spannung aus Ehrfurcht und Freude herrscht vor. Dann endlich um Mitternacht läuten die Glocken. »Christos anesti - Christus ist auferstanden«, sagen die Leute zueinander, umarmen sich oder schütteln sich die Hände. Draußen vor der Kirche werfen Kinder und Jugendliche Kracher und zünden Raketen. Es herrscht eine Freudenstimmung und ein ziemlicher Lärm.
Es dauert eine ganze Weile, bis sich alle »Christos anesti - alithin anesti« zugerufen haben. Auch Leute, die nicht so gut aufeinander zu sprechen sind, schütteln sich die Hände. Es scheint, als sei das ganze Dorf eine glückliche Gemeinschaft.
Doch schon bald treibt es alle in ihre Häuser. Auch wir gehen, denn wir wollen im Kreis der Familie feiern und die Leckereien verspeisen und anstoßen.
Ein Rezept - Mayiritza - Griechische Ostersuppe
Diese leichte Suppe wird traditionellerweise nach der Auferstehungsmesse (in der Nacht zum Ostersonntag) gegessen, und damit ist die Fastenzeit beendet.
Zutaten für 2-3 Personen:
Innereien eines Lamms:
Leber, Herz, Nieren, eventuell Därme
Salz, Romana-Salat, Bund Dill
1 Bund Frühlingszwiebeln, etwas Butter oder Öl
ca. 50 g Rundkomreis, 1 Eidotter, Saft von einer Zitrone
Alle Innereien werden kleingeschnitten (der Darm muß vorher sehr lange gewaschen, umgestülpt und wieder gewaschen werden) und im Salzwasser bei schwacher Hitze ca. 30 Minuten gekocht. Um abzuschäumen, wird das Kochwasser abgegossen.
Nach dem Waschen werden Salat, Dill und Frühlingszwiebeln kleingeschnitten und gemeinsam mit dem Reis, etwas Butter oder Öl und den vorgekochten Innereien in einen Topf gegeben.
Alles wird mit Wasser aufgegossen die Menge richtet sich nach dem gewünschten Flüssigkeitsgehalt der Suppe und so lange gekocht, bis der Reis weich ist (ca. 15 Min). Mit Salz abschmecken. Kurz vor dem Servieren werden Eidotter und Zitronensaft miteinander verschlagen und mit etwas Brühe von der Suppe verdünnt. Diese Sauce mit der Suppe unter ständigem Rühren vermengen und sofort servieren.
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