23. 24. 9. 2010 - Sukkoth
Jüdisches Laubhüttenfest zur Herbst-Ernte und zum Gedenken an den Auszug der Israeliten aus Ägypten; man wohnt oder feiert in Laubhütten als Erinnerung an den göttlichen Schutz in der Wüste bis zum Schlussfest Schemini Azereth am 30. 9. 2010
Info
In der Reihe der Wallfahrtsfeste ist das Laubhüttenfest nach dem Pessach und dem Schawuot das dritte. Sie werden als die »drei Wallfahrtsfeste« zusammengefaßt, weil zur Zeit des Bestehens des Tempels die gesamte männliche Bevölkerung des Landes verpflichtet war, an diesen Festtagen nach Jerusalem zu ziehen, um dort jeweils bestimmte Opfer darzubringen. Alle drei Wallfahrtsfeste haben eine doppelte Bedeutung: Sie sind sowohl auf die Natur als auch auf die Gesellschaft bezogen. Einerseits sind sie Erntefeste, andererseits haben sie religiös-historischen Charakter.
Sukkot erinnert an den Auszug aus Ägypten, als die Israelis durch die Wüste wanderten. Während dieser Zeit wohnten sie in Hütten, die nicht fest gebaut waren.
Die doppelte Bedeutung des Festes symbolisiert einerseits ein Feststrauß, der am Vormittag in der Synagoge beim Gottesdienst verwendet wird, und andererseits erinnert es an das Gebot, an diesem Tag in einer Hütte zu wohnen. Der Feststrauß besteht aus einem Zweig der Dattelpalme, aus drei Myrten und zwei Bachweidenzweigen sowie aus einer Zitrusfrucht. Dieser Strauß wird nach dem Morgengebet in die Hand genommen und neunmal nach festgelegter Weise geschüttelt nach Osten, Süden, Westen, Norden, nach oben und nach unten.
Sukkot dauert insgesamt 7 Tage, wobei der letzte Tag eine besondere Bedeutung hat. Er heißt Hoschana rabba. Es ist der Tag, an dem von Gott über das Wasser bestimmt wurde, das im Orient nur im Winterhalbjahr als Regen fällt. An diesem Tag werden nach dem Zusatzgebet alle vorhandenen Thorarollen auf das Vorlesepult gelegt, und es finden sieben Umzüge statt. Anschließend wird ein aus fünf Ruten bestehendes Bachweidenbündel genommen und solange auf die Erde geschlagen, bis alle Blätter abfallen.
Charakteristisch für Sukkot ist, dem biblischen Gebot nachzugehen und in einer Hütte zu wohnen. Diese Hütte darf kein festes Gebäude sein. Das Dach ist mit Zweigen, Sträuchern, Stroh und Reisig gedeckt. Diese Laubhütte sollte so gedeckt werden, daß sie innen kühl ist und Schatten spendet.
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