Viele Fragen

 

zu den Selbsthilfegruppen wurden dem Team der EXIT-Elterninitiative schon mehrmals gestellt. An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Fragen - natürlich beantwortet!


 

Wer kann sich bei Ihnen beraten lassen?

Eltern und andere Angehörige von rechtsextremen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen können sich von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der EXIT-Elterninitiative beraten lassen. Dabei ist es unerheblich, ob der oder die Betreffende "erst" erste Kontakte zur Szene hat, schon jahrelang involviert ist, oder aus der rechtsextremen Szene aussteigen will.

 

Wie läuft eine Beratung bei Ihnen ab?

Sie, die Betroffenen, melden sich telefonisch, per Brief oder per E-Mail bei der EXIT-Elterninitiative und schildern Ihre Situation. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Elterninitiative versuchen dann mit Ihnen gemeinsam telefonisch - in regelmäßigen Abständen - Lösungsansätze für Ihre Probleme mit dem/ der rechtsextremen Angehörigen zu finden und Sie über grundlegende Themen des Rechtsextremismus aufzuklären. Nach einigen Gesprächen können Sie auf Wunsch gern an den regionalen Selbsthilfetreffen der Elterninitiative teilnehmen.

 

Muss ich an Selbsthilfetreffen teilnehmen oder kann ich mich auch nur telefonisch beraten lassen?

Natürlich besteht keine Verpflichtung, an den Selbsthilfetreffen teilzunehmen. Jedoch ist die Teilnahme an diesen Treffen empfehlenswert, da andere Menschen mit den gleichen Problemen oftmals eine große Stütze sein können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Elterninitiative können Sie zwar professionell inhaltlich beraten und begleiten, sind jedoch selbst nicht in einer Situation wie der Ihren. Das Gespräch mit anderen Betroffenen ist wichtig, um zu sehen, dass niemand allein von dieser Thematik betroffen ist, und um wichtige Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten auszutauschen, sowie Erfolge oder Belastungen zu teilen.

 

Kann ich meinen rechtsextremen Sohn/ meine rechtsextreme Tochter zu Selbsthilfegruppentreffen mitbringen, damit Sie mit ihm/ ihr reden und ihn/ sie aus der Szene rausholen?

Nein. Oberstes Prinzip bei allen Selbsthilfetreffen ist, dass sich die Eltern und Angehörigen über ihre Situation, ihre Gefühle und Erlebnisse mit anderen Betroffenen vertrauensvoll austauschen können und Strategien im Umgang mit dem/ der Betreffenden gemeinsam erarbeiten. Zudem versteht sich die EXIT-Elterninitiative als die Interessenvertretung der Eltern und Angehörigen, die unter ihren rechtsextremen Kindern leiden und etwas gegen die rechtsextreme Gesinnung ihres Angehörigen tun wollen.
Es ist die Aufgabe der Eltern und Angehörigen, das Gespräch mit dem/ der Betreffenden und die Auseinandersetzung um rechtsextreme Parolen zu suchen, demokratische Verhaltensweisen vorzuleben und Handlungsalternativen zu entwickeln. - Denn nur die Eltern und Angehörigen leben mit dem/ der Betreffenden zusammen, kennen ihn/ sie gut und können die tagtägliche Arbeit an dem Problem leisten. Ein Gespräch des/ der Betreffenden mit den Mitarbeiterinnen würde nicht fruchten!

 

Können Sie mir hundertprozentig wirksame Ratschläge geben, wie ich meinen Sohn/ meine Tochter aus dieser Szene herauslöse?

Nein. Über ein Patentrezept verfügen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EXIT-Elterninitiative nicht! Jeder Mensch, jede Familie, jede (Lebens-)Geschichte ist anders. Wichtig ist, dass die Betroffenen selbst aktiv mitarbeiten, nach Lösungsmöglichkeiten suchen und eigene Verhaltensweisen und Einstellungen gegenüber dem/ der Betreffenden überarbeiten.
Es ist sinnvoller, an der eigenen Person zu arbeiten, als einer anderen Personen den eigenen Willen aufzuzwingen. Denn ist die Einsicht des bzw. der Betreffenden auszusteigen nicht da, wird er/ sie dies auch nicht tun! Nur die eigene Einsicht führt zum Ausstieg aus der rechtsextremen Szene. Meist ist diese Auseinandersetzung mit dem/ der rechtsextremen Angehörigen ein langer Weg, der alle Beteiligten viel Kraft kostet und nicht immer von Erfolg gekrönt ist.

 

Wie oft und wo treffen sich die Selbsthilfegruppen?

Damit die Gruppen sich ungestört treffen können, werden die Treffpunkte und Daten nicht öffentlich bekannt gegeben. In der Regel treffen sich die Gruppen jedoch zweimonatlich. Leider ist es bisher nicht öfter möglich, da das "Einzuggebiet" der lokalen Treffen recht groß ist und die Wege für die Teilnehmer oftmals lang sind. Betroffene, die schon vorab telefonisch betreut worden sind, erhalten natürlich vor den Treffen Einladungen, in denen Zeit und Ort bekannt gegeben werden.

 

Was passiert mit meinen Daten?

Da die Elterninitiative ein kleines Projekt in einem größeren, nicht-staatlichen Verein ist, werden Ihre Daten nirgendwo "abgeliefert", Auskunft an Dritte erteilt oder die Fallakten zur Einsicht geöffnet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zur Verschwiegenheit gegenüber allen Personen, Institutionen, Behörden, Ämtern usw. verpflichtet. Die einzige Verpflichtung besteht gegenüber den Klienten und Klientinnen.

Eine Ausnahme ist jedoch die Kenntnis von Kapitalstraftaten. Sollten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EXIT-Elterninitative z.B. von einem Tötungsdelikt erfahren, das nicht strafrechtlich verfolgt oder bekannt ist, sind sie verpflichtet, dies umgehend der Polizei zu melden. Bisher ist dieser Fall jedoch nicht vorgekommen!